Wer bin ich?

Letzten Freitag war ich auf einer sehr schönen Veranstaltung der KfD zum hundertjährigen Jubiläum.

Mal abgesehen davon, daß es am Anfang einen Sektempfang und nach der eigentlichen Veranstaltung einen wirklich tollen Imbiss im Hof des Klosters Gravenhorst gab, hat mich der Hauptteil, ein Puppentheaterstück des Charivari Puppentheaters Münster zum Thema Martha und Maria, wirklich länger und nachhaltiger beschäftigt als ich dachte.

Welcher Typ Frau bin ich eigentlich?

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Martha, die ewig emsige, fleißige Perfektionistin, die das wichtige im Leben aus Pflichtgefühl verpasst oder doch eher Maria, die, die sich Zeit nimmt und das Wesentliche im Leben sucht?

Würde ich meine Familie fragen, dann wäre ich bestimmt eher die Martha in ihren Augen.

„Mama, wann hast du eigentlich mal Zeit?“

„Nie hast du Zeit.“

Wenn ich mich selbst befrage, dann fühle ich mich oft eher wie Maria, allerdings ein Maria mit ewig schlechtem Gewissen – sozusagen mit einer Mini-Martha im Ohr.

Wer will ich überhaupt sein?

Ich geb‘ zu, mit jedem vergangenem Lebensjahr geht mir die Lust auf Perfektion flöten.

Ein gutes Gespräch wird immer wertvoller und der ewige Vergleich von meinen Mit-Müttern untereinander nervt mich mehr und mehr.

Warum sind wir Frauen eigentlich so, ewig vergleichend mit anderen Frauen?

Sich selbst, ihre Kinder, ihr Leben im Allgemeinen wird doch oft gemessen an dem der anderen Frauen im Umfeld.

Sind Männer eigentlich so?

Ich für meinen Teil habe beschlossen, dass ich in Zukunft mehr auf die Maria in mir hören werde und die Zeit mit meinen Lieben und den wichtigen Menschen in meinem Leben noch mehr genieße.

Ein gutes Gespräch kann man eben nicht nachholen und die Bügelwäsche steht auch morgen noch da.

Wie geht es eigentlich Euch damit? Seid Ihr eher Maria oder doch eher Martha?

Ich würde mich über Reaktionen eurerseits wirklich freuen.

Jetzt setze ich mich in den Garten zu den Kindern, schaue ihnen beim Planschen zu und freue mich auf die Gespräche, die heute bestimmt noch kommen werden.

In diesem Sinne

Eure Betty

 

 

 

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Das voll fette Kaninchen!

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Ich hoffe, daß  Ihr ein genauso sonniges Wochenende hattet wie wir.

Samstag haben wir den ganzen Tag mit Gartenarbeit verbracht und sind abends glücklich und müde früh eingeschlafen.

Sonntag haben wir dann zur Belohnung den sonnigen Tag genutzt und sind in den Naturzoo Rheine gefahren.

Der ist zwar nicht sonderlich groß, aber toll gestaltet und für einen kleinen Ausflug genau richtig.

Drei 1/2 Stunden haben wir dort verbracht, uns in den Affenwald getraut, ein gesundes Picknick in einer noch nicht ganz grünen Buchenlaube verspeist und Rätsel, die überall angebracht sind, gelöst.

Unsere Minitochter, immer mindestens fünf Meter vor uns laufend, hatte ihre Sieben-Meilen-Stiefel an und konnte gar nicht genug entdecken – Geheimgänge, Verstecke, Wasser überall und plötzlich ein :

„Mensch Leute, kommt mal schneeeeeeell! So ein voll fettes Karnickel habt ihr noch nie gesehen! Das ist aber feeeeeeett!“

Mein göttlicher Gatte also im Laufschritt zu dem Stall vor dem die kleine Dame stand und verfiel in schallendes Gelächter!

Nun waren wir auch neugierig geworden, also schnell hin.

Und jetzt ratet mal, was sich da hinter einer Holzwand verbarg?

Ein kleines Känguru, ein Bennet-Känguru um genau zu sein!

Bis die Motte allerdings den Grund für unser Lachen verstanden hatte vergingen noch einige Augenblicke und als sie es dann begriffen hatte, stemmte sie die Fäuste in die Hüften und fauchte:

„Boaaaah! Nächstes Jahr kann ich selber lesen, dann weiß ich das auch und außerdem sieht das trotzdem aus wie ein Kaninchen. Ihr seid blöd! Tschüß“

Und weg war sie. Im Protestmarsch! Eine halbe Stunde lang!

Erst am Eisstand wurde sie dann wieder schmusiger.

Lustig war’s!

Ich wünsche Euch einen tollen Start in die Woche.

Eure Betty

Weil sie uns immer wieder fehlt…..

Jetzt geht die Zeit der Familientreffen wieder los. Geburtstage, Weihnachten etc. und auch so etwas schönes wie „Tanten und Cousinen-Kaffee“

Alle Jahre wieder, wenn es der Terminkalender aller erlaubt treffen wir uns und ich freue ich mich auf’s Quatschen, Kuchen essen, in Erinnerungen kramen und und und.

Allerdings bin ich auch jedes mal etwas wehmütig, da meine Mama nicht mehr dabei sein kann und dann, wenn alle so vertraut mit ihren Müttern am Tisch sitzen, fällt mir besonders auf, wie sehr ich „Zuhause“ an ihr festgemacht habe.

Geht’s Euch auch so?

Meine Kinder sind ja nicht anders. Die erste Frage, wenn sie nach der Schule oder der Arbeit heim kommen….

„Wo ist Mama?“

Wie schön, oder?

Ina Müller hat ein sehr schönes Lied  für ihre Mutter geschrieben. Besser kann man meine Verbindung zu meiner Mutter nicht beschreiben. Hört’s Euch an. Es ist allerdings auf Plattdeutsch. Wer das nicht verstehen kann, melde sich bitte, dann hänge ich noch eine Übersetzung an.

Ich liiiiiebe Plattdeutsch. Das ist dann wirklich Zuhause!

Also, wer seine MAMA noch hat – lieb haben, pflegen und froh darüber sein!

In diesem Sinne!

Eure Betty

Wir sind zurück……………………….

Friedrichskoog

Drei Wochen waren wir jetzt in Kur und was soll ich sagen – das eigene Zuhause ist doch am schönsten!

Nein Quatsch!

Wir hatten eine tolle Kur und haben vor allem sooooo viele tolle neue Menschen kennenlernen dürfen.

Das Wetter war wundervoll, das Zimmer klein aber gemütlich, das Essen gut (Hauptsache nicht selber kochen müssen),

die Therapiemaßnahmen perfekt auf mich zugeschnitten (nicht zu viel Sport – sondern Ruhe, Ruhe, Ruhe)…..

Da das Meer fünf Minuten Gehweg von der Kurklinik entfernt war, konnten wir so oft wir wollten den Möwen beim Fliegen zuschauen oder Drachen steigen lassen.

Ausflugsmöglichkeiten gab es genug. Das Steinzeitdorf in Albersdorf ist eine Empfehlung! Perfekt für einen Sonntag mit gutem Wetter.

Solltet Ihr also einmal in der Gegend dort sein – unbedingt reinschauen!

Im Schloss Gottorf waren wir auch – Moorleichen ansehen und das Nydam Schiff bestaunen.

Ansonsten hatte die Kinder ratz-fatz Freunde und Mama hat viel ,viel, viel gequatscht und so herausbekommen, dass mein eigenes kleines Sorgenpäckchen doch mini-klein ist im Vergleich zu den Belastungen, die andere mit sich herumtragen.

Wir leben, wenn man so will, mehr oder weniger, im Glücksbärchi-Land und ich bin so froh darüber.

Jetzt besteige ich erst einmal den Monsterberg Wäsche im Keller und dann kommen die Kinder und ich mal so langsam aus dem Entspannungsmodus wieder heraus und der Alltag hat uns wieder.

In diesem Sinne!

Eure Betty

Dornröschen war ein schönes Kind……

Ich hatte Euch ja schon erzählt, dass unsere Minitochter sich ein Ausflugsziel aussuchen durfte.

„Ich möchte zum Dornröschen-Schloss!“ war ihre knappe Ansage.

Der göttliche Gatte bekam das Leuchten gar nicht aus den Augen und trällerte:

„Nichts leichter als das, mein Schätzchen!“

Hääääää? Habe ich etwas verpasst?

Wie, wo, was? Sie meint bestimmt nicht den ortsansässigen Märchenwald oder so etwas und er sagt „Kein Problem!“

Muss ich das verstehen?

Mal schauen, was passiert. Mein Job war es um Punkt acht Uhr die Minitochter abreisefertig und den Picknick-Korb gefüllt zu haben. EASY.

Also alle drei ins Auto und mal schauen, wo der Chef uns hin kutschiert.

Und schaut mal, da sind wir gelandet:

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Das ist die Sababurg im Weserbergland – auch als Dornröschenschloss bekannt.

Da leuchteten die kleinen Kulleraugen.

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Wir haben uns dann auf die Suche nach Dornröschen gemacht und fanden lauter stilisierte Figuren, die auf dem Areal die Geschichte nacherzählte. Es ging treppauf zum Stübchen, indem Dornröschen schlief und treppab in den großen Schlossinnenraum, wo wir schlafende Bienchen, Täubchen, eine schlafende Magd, den Koch und, und, und fanden. König und Königin waren gaaaaanz oben in einem Fenster zu entdecken. Wir haben uns dann in ein Eckchen verkrochen und ich las die Geschichte vom Dornrösche vor. Gut, dass wir an der Kasse die Geschichte als Flyer bekommen hatten.

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Die Minitochter hatte an der Kasse einen Glückspfennig (Cent) bekommen, den sie in den Wunschbrunnen werfen durfte, in dem auch schon die Königin vom Frosch die Weissagung von der Geburt ihrer Tochter bekommen hatte. Die von mir als Sitzflächen gedeuteten Metallplatten auf einer Mauer, wurden als die 12 Teller für die guten Feen vom Minitöchterchen entlarvt. Recht hatte sie.

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Auf dem Rückweg trafen wir erst im Burggraben auf Wild und dann vor der Burg noch einen Märchenerzähler, der im Burggewölbe einmal im Monat Puppentheater zum besten gibt. Welch ein Glück und was für ein Erlebnis für die kleine Maus. „Die Steinsuppe“ wurde gegeben und auf dem Heimweg haben wir gemeinsam noch lange das Wolfsgeheul immitiert.

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Das Picknick haben wir übrigens auf einer Wiese nahe der Weser abgehalten. Herrlich! Ein paar Meter von unserem Futterplatz entfernt gab es eine Weserfähre und das Töchterchen ließ es sich nicht nehmen diese ausgiebig zu erkunden. Und siehe da….. beim lustigen Gehoppse im Wasser machte es plötzlich PLATSCH und die Maus lag im Wasser!

Also Klamotten aus und an den Außenspiegeln unseres Autos angebracht. Bei heftigem warmen Fahrtwind war das Malheur recht schnell Geschichte.

Zurück sind wir dann die Weser entlang gezuckelt, immer staunend, was für ein schönes zaubrisches Land Deutschland ist.

Eine Burg, ein Schloss, ein Fachwerkörtchen reiht sich an das andere – Märchenland pur – zumindest optisch!

Jetzt sind wir wieder zurück und  morgen ist der Zauber wieder vorbei, besonders für unser 2 – Meter Dornröschen. Er fängt morgen seine Ausbildung an und läuft ganz angeknipst durch das Haus. Macht mich ganz nervös.

Jetzt werd ich mich noch ein wenig mit meinem Mann in die wunderbare Abendsonne setzen.

Ich wünsche Euch auch noch einen bezaubernden, märchenhaften und kuscheligen Abend.

In diesem Sinne!

Eure Betty