Is‘ der eigentlich echt?

Wenn Kinder die Welt versuchen zu verstehen, kommen manchmal ziemlich lustige Dinge dabei heraus.

Nun ist ja am Freitag der neue amerikanische Präsident vereidigt worden und in unserem Haus gibt es natürlich auch Gespräche und Meinungen zu diesem Mann.

Da sitzen wir also einträchtig bei unserem Freitags-Salat und die Mini-Tochter lauscht dem Gespräch.

Das dieser Mensch mit seinen kruden Ansichten und Vorstellungen, Aussagen und verbalen Ausfällen in unserem liberalen Haushalt einen schweren Stand hat, muss ich nicht extra erwähnen oder?

Nach etlichem Hin und Her mischt sich die kleine Maus in das Gespräch.

„Is‘ der eigentlich echt?“

„Wen meinst Du denn?“

„Ja, der Mann von dem ihr redet,der Trump. Is‘ der echt?“

„Ja, leider Hase! Der is‘ echt!“

„Der sagt aber doch Sachen, die man nicht sagen darf, wenn man groß ist!“

„Das sagen und meinen wir auch, aber es gibt Menschen, die ihn gut finden.“

Ich finde, er sollte noch mal zur Schule gehen und Hausarrest braucht er auch dringend. Dann kann er nachdenken.“

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(Foto: ASEPERATESTATEOFMIND)

 

Ich finde, mit sechs Jahren hat die kleine Maus ganz schön viel verstanden.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und kuschelt Euch, wenn möglich, auch unter die Decke. Kuscheln hat noch nie geschadet.

Eure Betty

 

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Eine Liebeserklärung an……

Wenn meine großen Kinder gefragt werden woher ihre Mutter kommt, da ja alle Verwandtenbesuche immer im „Ausland“, sprich in Niedersachsen und nicht in NRW stattfinden, dann antworten sie mit schöner Regelmäßigkeit:

„Aus einem Kaff im Nirgendwo, allerdings gibt es dort das beste Softeis der Welt!“

Da mich in letzter Zeit, vielleicht liegt es am Ü40- Alter, des öfteren kleine Heimwehattacken quälen, dachte ich, daß es vielleicht schön wäre, wenn ich mal der Welt kundtue wie schön ein Kaff im Nirgendwo sein kann.

Wenn ich gefragt werde, woher ich komme, dann sage ich meist:

„Den Ort kennt kein Mensch, dort gibt es mehr Kühe als Menschen!“

Wobei das auch nicht mehr stimmt……

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So sieht es dort aus. Eine Straße! Eine Straße in Norddeutschland! Für Euch vielleicht eine kleine, langweilige Straße ins Nichts. Für MICH – Zentrum meiner Kindheit und Jugend. Die meisten meiner Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins wohnen an genau dieser Straße. Meine Großeltern wohnten in dem zu erahnendem rotem Haus rechts. Viele meiner Schulkameraden kommen aus dieser Bauernschaft, in der mein Vater 16 Jahre Präsident des Schützenvereins war und in dem meine Mutter geboren und leider auch tragisch durch einen Unfall gestorben ist.

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Ein altes Schulgebäude in Norddeutschland, lange nicht genutzt und jetzt KLJB Treff. Die Erinnerungen, die mir zu diesem Gebäude einfallen sind unzählig. Partys, Weihnachtsfeiern, erste Küsse, Fußballspiele, aber auch eine, durch Mengen von Gülle sabotierte Geburtstagsfeier.

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Eine Kirche in Norddeutschland, mächtig für den kleinen Ort und für mich ein Sehnsuchtsort, Ruhepol, Mitte meines Glaubens  und Ort unzähliger Abschiede, wie der von meiner Mutter und der von der Jugendliebe!

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Ein kleiner See in Norddeutschland. Für Menschen aus Brandenburg oder Bayern eher eine Pfütze, aber für mich mit unzählig vielen Kindheitserinnerungen bestückt, Enten füttern zum Beispiel, Sonntagsspaziergänge oder der erste Anblick eines Surfers (kaum zu glaube, dass das auf dem Flecken Wasser ging).

Mir würden noch so viele Orte einfallen, die so wunderbar zaubrisch in meiner Erinnerung verhaftet sind – und das wären ja nur die Orte, die Menschen wären ja noch nicht mal erwähnt.

Vielleicht erzähle ich Euch mal davon, von Bibo und seinem alten Opel, der sich mehr durch den Druck der Bass-Boxen fortbewegte, als durch die Motorleistung, von Tanzpartys, von Rum-Vanille-Pudding mit Schokoladenstreuseln und seiner Bedeutung, von einer Nacht im Maisfeld, von Sonntagen hinterm Fußballtor oder eine Nacht im Zelt und der Horde Kühe, die davor ziemlich furchteinflößend sein kann.

Was meint Ihr?

In diesem verträumten Sinne!

Eure Betty

Heute ist mein Ehrentag……

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Gestern hatte unser kleiner Sohn seine 1. Hl. Kommunion. Aufregung pur…. Besondere Kleidung, besonderes Essen, viele Gäste und natürlich der Gottesdienst, bei dem man im Mittelpunkt steht. Ganz schön viel für einen achtjährigen Jungen.

Er hatte noch nicht ganz die Augen aufgemacht, da schallte es durch’s Haus:“ Heute ist MEIN Ehrentag!“

Da quillt einem doch das Herz über, wenn man so viel Vorfreude miterleben darf. Nach einiger Zeit wurde allerdings die Vorfreude kleiner und die Nervosität größer. Krawatte und Weste als Vorboten eines besonderen, aufregenden Tages.

Frühstück fiel dann auch aus – keinen Hunger! Hibbelig und so gar nicht mehr sicher, ob er diesen Ehrentag überhaupt für sich beanspruchen möchte. Schon süß!

Schließlich hat er dann, zusammen mit seinen Freunden, den Gottesdienst und all die Augen, die auf die kleinen Menschen schauten, ganz gut gemeistert. Der Gottesdienst war ein Fest, vor allem durch den Organisten der Gemeinde, der wunderbare Musikstücke ausgesucht hatte und so die 90 Minuten sehr kurzweilig waren. Eines der Lieder hat uns dann auch den ganzen Tag über begleitet. „Ich werde still“ – tolles Liedchen.

Wir Katecheten entließen so auch unsere Schützlinge mit einem Tränchen im Auge. Die Kinder wachsen einem ja schon  ans Herz, egal, ob es auch anstrengende Tage gab. Die Zeit bleibt mir bestimmt in Erinnerung.

Gefeiert wurde auch. Zuhause im Garten bei Sonnenschein und mit Familienspielen wie Kubb.

Nach einem langen Tag voller Überraschungen und Aufregungen, lag der kleine Mann total erschöpft auf dem Sofa , seufzte noch einmal:“ Heute ist mein Ehrentag!“ und schlief selig ein. Und innerlich hüpfte mein Mutterherz und ich musste wieder an dieses schöne „Ich werde still, pssss, weil ich Gottes Wort hören will, psss…..“ – Lied denken.

Was für ein schöner Tag.

Zum Schluss wieder mal eine Minitochter-Geschichte:

Die kleine Maus saß während des Gottesdienstes bei der großen Schwester weiter hinten in der Kirche. Der Rest der Verwandtschaft war um sie herum gruppiert. Nach ungefähr 45 Minuten Messe hörten wir von weiter hinten ein :

„Ich habe jetzt keine Zeit mehr. Bei uns gibt’s Essen und Ihr könnt jetzt auch gehen!“

Großer Lacher!

Nun ratet mal, wer das wohl war!?

Ein stetiger Quell der Freude, unser Sonnenschein!

In diesem Sinne!

Eure Betty